Wenn du nur ein einziges Sauerteigbrot-Rezept lernen willst, dann dieses. Es braucht keine ausgefallenen Zutaten, kein teures Equipment und kein jahrelanges Bäcker-Wissen. Was es braucht: einen aktiven Sauerteigansatz, etwas Zeit – und einen Römertopf. Das Ergebnis ist ein Brot mit offener, saftiger Krume, krachender Kruste und dem tiefen, leicht säuerlichen Aroma, für das Sauerteigbrote geliebt werden.
Dieses Rezept ist unser Grundrezept – ein Ausgangspunkt, den du mit der Zeit nach deinem eigenen Geschmack anpassen kannst. Wer seinen Sauerteig noch nicht kennt und versteht, lernt es hier.

Weizensauerteigbrot Grundrezept
Zutaten
Anleitung
- Wasser und Mehl vermengen und den Sauerteigansatz unterrühren. Tipp: Füllhöhe mit einem Gummiband markieren.
- Das Gefäß mit Frischhaltefolie abdecken, mit einer Gabel einpressen. An einem warmen Ort über Nacht stehen lassen (ca. 12 Stunden). Die Teigmenge sollte sich am nächsten Tag mindestens verdoppelt haben.
- Wasser in eine große Rührschüssel geben. 200 g des fertiges Sauerteigs in das Wasser geben und verrühren. Etwa 75-100 g Sauerteig in ein Glas geben als neuen Sauerteigansatzk. Kühl lagern.
- Das komplette Vollkornmehl in die Schüssel geben und unterrühren. Dann nach und nach das Weizenmehl dazugeben. Anschließend ca. 10 Minuten kneten lassen.
- Das Salz zum fertigen Teig geben und einkneten. Den Teig alle 30 Minuten zur Schüsselmitte hin kneten. Dieses 5x mal wiederholen.
- Nun die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig darauf stürzen. Den Teig straffen und formen. Geformt auf der Arbeitsfläche abgedeckt für eine Stunden gehen lassen.
- Den Teig nochmal straffen und und unten schön abschließen.
- Ein Gärkörbchen (am besten oval) mit etwas Mehl bestäuben und den Teig hinein legen. Mit Frischhaltefolie abdecken und für 5 Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen.
- Den Römertopf für 10 Minuten wässern. Anschließend in den kalten Backofen stellen und bei 250 °C für 45 Minuten aufheizen.
- Das Brot auf ein Backpapier stürzen und oben tief einschneiden. Mit dem Backpapier in den aufgeheizten Römertopf befördern und mit dem Deckel schnell verschließen. Für 20 Minuten mit Deckel backen.
- Danach den Deckel abnehmen, die Temperatur auf 200 °C reduzieren und das Brot für weitere 25 Minuten backen.
- Anschließend am besten frisch mit Butter und Meersalz probieren.
Was dieses Grundrezept besonders macht
Viele Sauerteigrezepte sind unnötig kompliziert. Dieses hier ist es nicht. Der Teig besteht aus wenigen Zutaten – Weizenmehl Type 1050, Weizenvollkornmehl, Wasser, Salz und Sauerteig. Kein Zusatzmehl, kein Brühstück, keine langen Zutatlisten. Die Komplexität steckt im Fermentationsprozess, nicht in den Zutaten.
Der Vollkornanteil von 200 g bringt Geschmack und Struktur, ohne das Brot schwer zu machen. Das Type 1050 ist das Rückgrat: proteinreich genug für eine gute Glutenstruktur, aber milder im Geschmack als Vollkorn. Zusammen ergibt das ein ausgewogenes Brot, das sich auch für Einsteiger gut backen lässt.
💡 Tipp: Alles rund um Sauerteig ansetzen, füttern und pflegen findest du ausführlich in unseren Brotback-FAQ.
Der Sauerteigansatz – das Fundament
Bevor der Hauptteig angerührt wird, braucht der Sauerteigansatz seine Zeit. 75 g Ansatz, 100 g Weizenmehl und 100 g Wasser werden verrührt und über Nacht bei Raumtemperatur stehen gelassen – mindestens 12 Stunden. Der Ansatz ist bereit, wenn er sich mindestens verdoppelt hat und an der Oberfläche Bläschen sichtbar sind.
Dieser Schritt ist nicht optional. Ein träger, nicht aktiver Ansatz ergibt ein flaches, kaum aufgegangenes Brot. Wer unsicher ist, ob sein Ansatz fit genug ist: Einen kleinen Löffel in ein Glas Wasser geben – schwimmt er, ist er bereit.
Falten statt Kneten – warum das funktioniert
Das Rezept setzt auf Dehnen und Falten statt auf langes Kneten. Das klingt aufwendiger, ist es aber nicht: Alle 30 Minuten wird der Teig fünfmal zur Schüsselmitte hin gefaltet – das dauert jeweils etwa eine Minute. Diese Methode baut die Glutenstruktur schonend auf und gibt dem Teig mehr Spannung, ohne ihn zu überarbeiten.
Nach dem Falten kommt die Stückgare: eine Stunde bei Raumtemperatur, dann nochmal straffen und ab in den Kühlschrank. Die kalte Übernachtgare von 5 Stunden – oder länger – entwickelt das Aroma und macht den Teigling für den Ofen bereit.
💡 Tipp: Du willst das Rezept für eine andere Brotgröße anpassen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du alle Zutaten in Sekunden.
Backen im Römertopf – so entsteht die Kruste
Der Römertopf ist beim Sauerteigbrot kein Selbstzweck. Er erfüllt dieselbe Aufgabe wie ein professioneller Dampfofen: In den ersten 20 Minuten hält er den Dampf, der aus dem Teig entweicht, im Topf – das hält die Teigling-Oberfläche elastisch und lässt das Brot maximal aufgehen. Wichtig: Den Römertopf 10 Minuten wässern, dann kalt in den Ofen stellen und gemeinsam auf 250 °C aufheizen. Niemals den kalten Teigling in einen heißen Römertopf geben – der Tonkopf springt.
Das tiefe Einschneiden vor dem Backen gibt dem Brot die Richtung vor, in die es aufreißt – und sorgt für das charakteristische, rustikale Aussehen.
So servierst du das Weizensauerteigbrot
Frisch aus dem Ofen mit Butter und Meersalz – klassischer geht es nicht. Das Brot verträgt aber auch kräftige Beläge: Käse, Aufschnitt, Avocado. Die offene Krume nimmt Aufstriche gut auf, ohne sofort durchzuweichen.
Als Beilage zu Suppen und Schmorgerichten macht es eine gute Figur. Und wer es am nächsten Tag noch hat: Leicht angetoastet schmeckt es fast noch besser als frisch.
Aufbewahrung – so bleibt das Brot frisch
In ein Leinentuch gewickelt oder in einem Brotkasten hält sich das Weizensauerteigbrot 4–5 Tage – die natürliche Säure des Sauerteigs wirkt als Konservierung. Nicht in Plastik einwickeln, sonst wird die Kruste weich.
Einfrieren funktioniert gut: Das vollständig abgekühlte Brot in Scheiben schneiden und einfrieren. Einzelne Scheiben direkt in den Toaster, das ganze Brot bei 180 °C für 15 Minuten aufbacken.




Ich habe eine frage zum Römertopf. Oben im Rezept steht, dass man den Römertopf 45 Minuten auf heizen soll und dann den Teigling hinein befördern und 20 Minuten backen. Weiter unten steht aber, dass man niemals den kalten Teigling in einen heißen Römertopf legen soll. Wie verstehe ich das nun richtig?
Wir heizen den Römertopf auf 60grad, legen die Teiglinge ein und anschließend wird gebacken. Im Text ist es unglücklich formuliert, das korrigieren wir. Vielen Dank und ganz viel Freude mit dem Rezept