Wer einmal selbst gebackenes Baguette aus dem Ofen geholt hat, kauft es nur noch im Notfall. Die Kruste knackt beim ersten Schnitt, die Krume ist weich und luftig – und der Duft ist schlicht unschlagbar. Dieses mediterrane Baguette geht noch einen Schritt weiter: Grüne Oliven, getrocknete Tomaten in Öl und gemischte Kräuter verwandeln das klassische Grundrezept in ein Brot, das nach Urlaub schmeckt. Ob als Beilage zum Grillen, zur Käseplatte oder einfach pur mit gutem Olivenöl – dieses Baguette ist immer der Star auf dem Tisch.
Das Gute: Du brauchst keine Profi-Ausrüstung. Einen Baguettebäcker, etwas Geduld für die Gehzeit und eine Handvoll Zutaten – fertig.
Warum dieses Baguette anders ist als alle anderen
Die meisten Baguette-Rezepte im Netz sind klassisch-französische Grundrezepte: Mehl, Wasser, Hefe, Salz. Gut – aber austauschbar. Dieses hier hat einen klaren Charakter, der es sofort von allem anderen unterscheidet.
Getrocknete Tomaten in Öl – der Intensiv-Booster
150 g getrocknete Tomaten in Öl kommen direkt in den Teig. Sie bringen zweierlei mit: ein intensives, süßlich-würziges Aroma, das sich gleichmäßig durch das ganze Baguette zieht. Und das Öl, in dem sie eingelegt sind, macht die Krume zarter und saftiger als bei einem klassischen Wasserteig. Wer sie in Scheiben schneidet statt zu würfeln, bekommt beim Anschnitt schöne rote Farbakzente.
Grüne Oliven – das mediterrane Herz
160 g grüne Oliven, abgetropft und in Scheiben geschnitten. Grüne Oliven sind milder als schwarze, mit einem leicht buttrigenAroma, das wunderbar zum Weizenmehl passt. Sie verteilen sich gleichmäßig im Teig und geben jedem Bissen diesen unverwechselbaren mediterranen Charakter. Wer es kräftiger mag, greift zu Kalamata-Oliven.
Gemischte Kräuter – das Aroma-Finish
2 EL gemischte Kräuter runden das Baguette ab. Klassisch mediterran: Rosmarin, Thymian, Oregano und Basilikum. Frisch oder getrocknet – beides funktioniert. Getrocknete Kräuter geben ein etwas konzentrierteres Aroma, frische einen lebendigeren Duft direkt nach dem Backen.
Der Baguettebäcker mit Dampf – Krustenmagie
Das Geheimnis hinter der knusprigen Baguette-Kruste ist nicht die Temperatur allein – es ist der Dampf. In dieser Rezeptur wird die Wasserrinne des Baguettebäckers mit kochendem Wasser gefüllt. Das Wasser verdampft in den ersten 10 Minuten und hält die Oberfläche des Teigs feucht, damit er optimal aufgehen kann. Dann wird die Temperatur reduziert – und die Kruste formt sich goldbraun und knusprig.

Mediterranes Baguette Rezept
Zutaten
Anleitung
- Die getrockneten Tomaten und die Oliven in Scheiben schneiden.
- Die Hefe im Wasser auflösen.
- Das Mehl in eine Rührschüssel geben. Unter Rühren nach und nach das Wasser hinzufügen bis es vollständig eingearbeitet ist.
- Anschließend die Tomaten sowie die Oliven hinzufügen und einarbeiten.
- Zum Schluss noch das Salz und die gemischten Kräuter zum Teig geben und diesen weiter 5 Minuten kneten lassen.
- Den Teig abgedeckt für etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
- Dann den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze mit dem Baguettebäcker vorheizen.
- Den aufgegangenen Teig in zwei Teile teilen und diese auf einer leichte bemehlten Arbeitsfläche zu 2 Baguettes formen. Unter einem Trockentuch für weitere 30 Minuten gehen lassen.
- Nach der Gehzeit die Baguetten mit etwas Mehl bestäuben und dann auf den Baguettebäcker befördern. Die Wasserrinne mit kochendem Wasser füllen und die Baguettes für 10 Minuten backen bis das Wasser verdampft ist. Die Temperatur auf 180 °C reduzieren und die Baguettes weitere 15 Minuten fertig backen.
- Auf einem Gitter abkühlen lassen und dann z.B. als Grillbeilage verwenden.
Nährwerte
Die Zutaten – und worauf es ankommt
Das Mehl: Baguettemehl oder Typ 550
Das Rezept nennt Baguettemehl oder Weizenmehl Typ 550 – und beides funktioniert sehr gut. Baguettemehl (oft als „Mehl Type 65″ aus Frankreich erhältlich) hat einen etwas höheren Proteingehalt, der dem Teig mehr Elastizität gibt und die Krume besonders feinporig macht. Wer keins bekommt, ist mit Typ 550 bestens bedient. Typ 405 würde zur Not auch gehen, liefert aber ein etwas flacheres Ergebnis.
Die Hefe: 10 g – mehr als üblich
Mit 10 g frischer Hefe auf 500 g Mehl ist dieses Rezept eher mit mehr Hefe ausgestattet. Das beschleunigt die Gehzeit und macht das Rezept für Einsteiger gutmütiger. Die Gehzeiten sind kürzer und das Risiko, dass der Teig nicht aufgeht, ist minimal. Wer mehr Aroma durch langsame Gärung bevorzugt, kann die Hefe auf 5 g reduzieren und die erste Gehzeit auf 90 Minuten verlängern.
Oliven und Tomaten: Vorher gut abtropfen
Bevor Oliven und Tomaten in den Teig kommen, sollten sie wirklich gut abgetropft sein. Überschüssige Lake oder Öl machen den Teig zu feucht und unkontrollierbar. Die Tomaten am besten auf Küchenpapier kurz abtupfen.
Tipp: Du willst das Rezept für mehr Portionen oder eine andere Baguette-Größe anpassen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du alle Zutaten in Sekunden.
Schritt für Schritt: So gelingt das mediterrane Baguette
Schritt 1: Hefe aktivieren und Teig herstellen
Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen. Das Mehl in eine Schüssel geben und das Hefewasser nach und nach unter Rühren einarbeiten, bis alles vollständig eingearbeitet ist. Dann Tomaten und Oliven hinzufügen und einarbeiten. Zum Schluss Salz und Kräuter hinzugeben und den Teig 5 Minuten kneten, bis er glatt und gleichmäßig ist.
Konsistenz-Hinweis: Der Teig ist durch die Tomaten und Oliven etwas feuchter als ein klassischer Baguetteteig – das ist normal und gewollt. Mit leicht bemehlten Händen lässt er sich trotzdem gut verarbeiten.
Schritt 2: Erste Gehzeit – 1 Stunde warm
Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort (ca. 24–26 °C) eine Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat. Ideal ist ein leicht vorgewärmter, ausgeschalteter Backofen oder eine Stelle in der Küche ohne Zugluft.
Schritt 3: Baguettes formen – der entscheidende Moment
Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und sanft entgasen. Den Teig in zwei gleichgroße Teile teilen. Jeden Teil vorsichtig zu einem länglichen Baguette formen: Von der langen Seite her einrollen, dabei leichten Druck nach vorne ausüben. Die Nahtstelle nach unten legen.
Wichtig: Nicht zu viel Druck beim Formen – die eingearbeiteten Luft-Blasen sollen erhalten bleiben, sie sorgen für die typische offene Porung.
Die geformten Baguettes auf den Baguettebäcker legen und unter einem Trockentuch weitere 30 Minuten gehen lassen.
Schritt 4: Backen mit Dampf – zwei Phasen
Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Wasserrinne des Baguettebäckers mit kochendem Wasser füllen.
Die Baguettes mit etwas Mehl bestäuben und optional mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge schräg einschneiden – das ist kein optionaler Schritt, sondern entscheidend für das typische Aufreißen der Kruste.
- 10 Minuten bei 220 °C mit Dampf – das Wasser in der Rinne verdampft vollständig
- Temperatur auf 180 °C reduzieren
- 15 Minuten fertigbacken bis die Baguettes goldbraun sind
Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
Tipp: Mehr Antworten zu Hefeaktivierung, Teigkonsistenz und Backtechnik findest du in unserer Brotback-FAQ.
Das perfekte Grillbrot – Timing und Serving-Ideen
Dieses mediterrane Baguette ist das ideale Grillbrot – und das nicht nur, weil es so gut schmeckt, sondern weil das Timing perfekt passt. Die Gesamtzeit beträgt 2 Stunden 45 Minuten, davon sind nur etwa 20 Minuten aktive Arbeit. Den Rest erledigen Hefe und Ofen.
Planung für den Grillabend:
- 3 Stunden vor dem Grillen: Teig ansetzen
- Nach 1 Stunde: Baguettes formen, zweite Gehzeit starten
- 30 Minuten vor dem Essen: Backen
- Fertig: Frisches, warmes Baguette zum Grillen
Serving-Ideen:
- Pur mit gutem Olivenöl und Meersalz
- Mit Hummus und gegrillten Paprika
- Als Unterlage für Bruschetta
- Mit Ziegenkäse und Honig
- Zum Grillen: In Scheiben schneiden, kurz auf dem Grill anrösten – unvergesslich
Aufbewahrung: So bleibt das Baguette frisch
Frisches Baguette schmeckt am besten am selben Tag – das ist keine Meinung, das ist Physik. Die Kruste weicht über Nacht unweigerlich etwas ab. Wer das Baguette für den nächsten Tag aufbewahren will, legt es einfach offen auf die Arbeitsplatte (nicht in Plastik!) und backt es vor dem Essen 5–8 Minuten bei 180 °C auf. Es schmeckt dann fast wie frisch gebacken.
Einfrieren: Das Baguette lässt sich hervorragend einfrieren – am besten in Scheiben oder als ganzer Laib. Aufgetaut und kurz aufgebacken ist es innerhalb von Minuten wieder genussfähig.
Häufige Fragen zum Baguette selber backen
Fazit: Das Baguette, das alle nach dem Rezept fragen
Dieses mediterrane Baguette ist der Beweis, dass selbst backen keine Wissenschaft ist. Mit überschaubarem Aufwand, simplen Zutaten und dem richtigen Timing entsteht ein Brot, das jedes Grillfest oder jeden Abendtisch aufwertet. Die Kombination aus getrockneten Tomaten, Oliven und Kräutern macht es zu etwas völlig eigenem – weit weg vom austauschbaren Grundrezept.
Back es einmal. Und dann erkläre deinen Gästen, dass du es selbst gemacht hast. Die Reaktion ist garantiert.
Hast du das Baguette nachgebacken oder eine eigene Kräuter-Kombination entdeckt? Schreib es in die Kommentare!




