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Sauerteig Focaccia – luftig, knusprig & in unter 5 Stunden fertig

8 Min. Lesezeit

Wenn der Duft von goldener Focaccia mit Olivenöl und Rosmarin aus dem Ofen zieht, fühlt sich die Küche augenblicklich wie ein kleiner italienischer Sommerabend an. Das Beste daran: Diese Sauerteig Focaccia kommt ganz ohne Hefe aus, ist innen herrlich luftig mit großen unregelmäßigen Poren, außen knusprig-goldbraun – und du brauchst dafür keine Übernacht-Gare. In unter fünf Stunden steht sie auf dem Tisch.

Während die meisten Sauerteig-Focaccia-Rezepte 18 bis 24 Stunden Reifezeit verlangen, setzt unser Rezept auf einen reifen, triebstarken Sauerteig und einen kleinen, aber genialen Trick beim Backen: Die Backrinne wird zum Schluss mit kochendem Wasser gefüllt. Der entstehende Dampf sorgt für genau die luftige Krume und die wattig-weiche Oberfläche, die sonst nur professionelle Bäckeröfen hinbekommen.

Sauerteig Focaccia

Vorbereitungszeit 4 Stunden 45 Minuten
Zubereitungszeit 25 Minuten
Portionen: 1 Focaccia
Gericht: Focaccia
Küche: Mediterran

Zutaten
  

  • 100 g reifer Sauerteig
230 g Wasser
  • 400 g Weizenmehl Typ 00, alternativ Typ 550
50 g Olivenöl
  • 50 g Olivenöl
  • 10 g Salz
Für den Belag:
  • 1 EL grobes Meersalz
  • 2 Stiele Rosmarin

Kochutensilien

  • 1 Bread & Cake Backplatte

Anleitung
 

  1. In einer Schüssel den reifen Sauerteig im Wasser auflösen. Das Mehl nach und nach unter Rühren einarbeiten.
    100 g reifer Sauerteig
230 g Wasser, 400 g Weizenmehl
  2. Dann Olivenöl und Salz hinzufügen und den Teig mindestens 10 Minuten kneten.
    10 g Salz, 50 g Olivenöl
  3. Den Teig abdecken und 3 Stunden gehen lassen, dabei etwa alle 30 Minuten von außen nach innen falten.
  4. Die Denk Keramik Bread & Cake XL mit zugeschnittenem Backpapier auslegen, etwas Olivenöl daraufgeben und verstreichen.
  5. Den Teig in die Form geben und mit gespreizten Fingern auseinanderdrücken, bis er die Form vollständig ausfüllt.
  6. Erneut abdecken und eine weitere Stunde gehen lassen.
  7. Den Backofen auf 250 °C vorheizen.
  8. Nach der Gehzeit etwas Olivenöl auf den Focacciateig geben und mit den Fingern Mulden hineindrücken, sodass die typischen Bläschen entstehen.
  9. Grobes Meersalz über den Teig streuen und die Backrinne mit kochendem Wasser füllen.
    1 EL grobes Meersalz
  10. Die Bread & Cake XL in den Backofen stellen und das Focaccia etwa 25 Minuten backen. Nach 15 Minuten den Dampf aus dem Backofen entweichen lassen.
  11. Nach dem Backen etwas Olivenöl über das Focaccia träufeln und mit frischen Rosmarinnadeln bestreuen. Direkt servieren.
    2 Stiele Rosmarin
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Warum Sauerteig die Focaccia auf ein neues Level hebt

Klassische Focaccia wird mit Bäckerhefe gebacken – schnell, unkompliziert, gut. Aber wenn du einmal eine Sauerteig-Focaccia probiert hast, willst du keine andere mehr. Der Grund liegt in der langen, natürlichen Fermentation: Während Sauerteig-Bakterien und wilde Hefen den Teig durchziehen, entstehen über 200 verschiedene Aromastoffe. Das macht den Geschmack so komplex, leicht säuerlich-mild und unvergleichlich tief – industrielle Hefe kann das einfach nicht liefern.

Dazu kommt: Sauerteig-Focaccia ist bekömmlicher. Die Milchsäurebakterien bauen während der Fermentation einen Großteil der schwer verdaulichen Bestandteile im Mehl ab. Das Brot fühlt sich leichter im Magen an, schmeckt aber gleichzeitig vollmundiger. Und die Krume bleibt durch die natürliche Säure spürbar länger frisch.

💡 Tipp: Du hast noch keinen Sauerteig oder bist dir nicht sicher, ob deiner aktiv genug ist? In unseren Brotback-FAQ erklären wir dir, wie du einen Sauerteig ansetzt, fütterst und am perfekten Aktivitätspunkt erkennst.

Das Geheimnis: Reifer Sauerteig statt langer Reifezeit

Die meisten Focaccia-Rezepte mit Sauerteig setzen auf kalte Übernachtgare im Kühlschrank – 12 bis 24 Stunden lang. Das funktioniert, aber du musst einen Tag im Voraus planen. Unser Rezept geht einen anderen Weg: Wir nutzen einen frisch aufgefrischten, triebstarken Sauerteig am Höhepunkt seiner Aktivität. Der bringt so viel Triebkraft mit, dass drei Stunden Stockgare bei Raumtemperatur völlig ausreichen.

Wichtig dabei: Dein Sauerteig muss wirklich aktiv sein. Das erkennst du an drei Dingen:

  • Er hat sich seit dem Füttern mindestens verdoppelt
  • Die Oberfläche ist leicht gewölbt und voller feiner Bläschen
  • Er riecht milchsäuerlich-fruchtig, nicht stechend essig­sauer

Der bewährte Float-Test: Ein Teelöffel deines Sauerteigs schwimmt in einem Glas Wasser. Wenn ja, ist er ready zum Backen.

Welches Mehl macht den Unterschied

Für eine luftige Focaccia mit großen, unregelmäßigen Poren brauchst du ein proteinreiches, backstarkes Mehl. Unser Rezept nutzt Weizenmehl Tipo 00 – das ist das klassische italienische Pizzamehl mit etwa 12,5–13 % Protein. Es ist besonders fein gemahlen, nimmt viel Wasser auf und entwickelt ein extrem dehnbares Glutengerüst. Genau das, was du für die typischen großen Bläschen brauchst.

Falls du kein Tipo 00 zur Hand hast, funktioniert auch Weizenmehl Type 550 sehr gut – es liefert ähnliche Ergebnisse, ist nur einen Tick weniger fein. Type 405 hingegen ist zu schwach, das Brot würde nicht genug Volumen entwickeln.

💡 Tipp: Du willst die Mengen auf eine größere Form oder mehrere Focaccias hochrechnen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du das gesamte Rezept in Sekunden auf jede beliebige Mehlmenge.

Dehnen & Falten – die Technik macht den Unterschied

Statt klassisch zu kneten, arbeitet unser Rezept mit Dehnen und Falten alle 30 Minuten. Das hat zwei Vorteile: Erstens schonst du den Teig (er wird nicht überarbeitet), zweitens baust du sanft Spannung und Glutenstruktur auf, ohne die im Sauerteig entstandenen Aromen zu zerstören.

So geht’s richtig:

Mit feuchten Händen unter den Teigrand greifen, vorsichtig nach oben ziehen und über die Mitte falten. Schüssel um 90 Grad drehen und den Vorgang wiederholen. Insgesamt vier Faltvorgänge (nord, süd, ost, west) – das war’s. Du wirst sehen, wie der Teig nach jeder Runde glatter, elastischer und stabiler wird. Nach drei Stunden hat er deutlich an Volumen gewonnen und ist mit feinen Bläschen durchsetzt.

Die Saatenkruste – ähm, Salzkruste – richtig setzen

Das Wow-Moment einer guten Focaccia sind die typischen Mulden auf der Oberfläche – die kleinen „Krater“, in denen sich das Olivenöl sammelt und beim Backen kleine Olivenöl-Pools bildet. Diese Mulden machst du mit gespreizten Fingern direkt vor dem Backen: tief genug, dass sie sichtbar bleiben, aber nicht so tief, dass du den Teig durchdrückst.

Das grobe Meersalz kommt zum Schluss großzügig oben drauf. Wichtig: Verwende grobes Fleur de Sel oder Maldon– feines Salz löst sich beim Backen auf und du verlierst den knackigen Salz-Effekt beim Reinbeißen. Ein paar Rosmarinzweige direkt vor dem Backen aufgelegt, und sie werden im Ofen leicht knusprig und parfümieren das ganze Brot.

Der Dampf-Trick: Warum die Backrinne den Unterschied macht

Eine der am häufigsten unterschätzten Sachen beim Brotbacken ist Dampf. Profi-Bäcker arbeiten mit Dampf-Injektoren, weil der feuchte Ofen in den ersten Minuten dafür sorgt, dass:

  • Die Kruste sich nicht zu schnell verfestigt → das Brot kann maximal aufgehen
  • Die Krume locker und luftig wird
  • Die Oberfläche schön goldbraun glänzt statt matt-grau zu werden

Unser Rezept nutzt dafür den genialen Backrinnen-Trick: Sobald die Focaccia im Ofen ist, füllst du die integrierte Backrinne der Keramikform mit kochendem Wasser. Das verdampft sofort und erzeugt einen intensiven Schwaden – ohne dass du eine separate Wasserschale auf den Ofenboden stellen musst. Nach 15 Minuten lässt du den Dampf entweichen, damit die Kruste die letzten Minuten richtig knusprig wird.

Falls du keine Backform mit Backrinne hast, funktioniert auch der klassische Trick: Eine feuerfeste Schale mit kochendem Wasser auf den Ofenboden stellen, sobald das Brot drin ist.

So servierst du Sauerteig Focaccia

Frisch aus dem Ofen, leicht abgekühlt und mit etwas zusätzlichem Olivenöl beträufelt – so schmeckt sie am besten. Aber Focaccia ist ein echter Allrounder:

Als Beilage zu Suppen, Salaten, Pasta oder Antipasti macht sie jedes Gericht italienisch. Zum Grillen ist sie der heimliche Star – einfach in Stücke schneiden und auf dem Tisch verteilen. Halbiert und belegt mit Mozzarella, Tomate und Basilikum wird sie zum perfekten Sandwich. Und am nächsten Tag, kurz im Ofen aufgebacken, schmeckt sie fast wie frisch.

Aufbewahrung – so bleibt sie luftig

Dank des Sauerteigs hält sich die Focaccia 2 bis 3 Tage frisch. Wickel sie nach dem vollständigen Auskühlen in ein Leinentuch oder lege sie in einen Brotkasten. Plastiktüten sind tabu – darin wird die Kruste weich und es kann sich Schimmel bilden.

Falls etwas übrig bleibt: Reste lassen sich hervorragend einfrieren – am besten in Stücke geschnitten, einzeln in Backpapier gewickelt. Aufgetaut und kurz im Ofen aufgebacken (ca. 5 Min. bei 180 °C) schmeckt sie fast wie frisch.

Sauerteig Focaccia – häufig gestellte Fragen

Italienisches Lebensgefühl direkt aus dem Ofen

Eine selbstgebackene Sauerteig Focaccia ist mehr als ein Brot – sie ist ein kleines Stück italienische Lebensfreude, das du in deine Küche holst. Außen knusprig-golden, innen luftig-saftig, durchzogen von den Aromen guten Olivenöls, frischem Rosmarin und grobem Salz. Und das Schönste: Mit unserem Rezept brauchst du keinen halben Tag Vorlauf, sondern hast in unter fünf Stunden ein Brot auf dem Tisch, das aussieht und schmeckt wie aus einer kleinen Bäckerei in Ligurien.

Pack dir am besten gleich heute den Sauerteig zur Auffrischfütterung an – morgen kannst du loslegen. Sobald du den ersten warmen Bissen probierst, wirst du verstehen, warum diese Focaccia in unserer Küche zu einem festen Ritual geworden ist.

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