Arabisches Fladenbrot, im Arabischen oft Chubz (auch Khubz) genannt, ist das Brot des Nahen Ostens: dünn, weich, in der Pfanne gebacken und in wenigen Minuten fertig. Du brauchst keinen Backofen, keinen Stein, keinen Topf – nur eine heiße Pfanne und sechs Zutaten, die in jeder Küche stehen. Eines unserer Lieblingsrezepte, wenn am Abend spontan Hummus, Falafel oder ein Mezze-Teller auf den Tisch sollen.
Im Unterschied zum türkischen Pide-Fladenbrot oder zum indischen Naan wird Chubz nicht im Ofen gebacken, sondern in der trockenen Pfanne. Das Ergebnis ist ein weicher, leicht gebräunter Fladen mit den typischen Blasen – außen mit goldenen Flecken, innen luftig. Wenn dein erster Fladen nicht gleichmäßig wird, ist das kein Fehler: Auch in arabischen Küchen sehen handgemachte Chubz nie wie aus der Maschine aus.
Was ist Chubz? – Das arabische Fladenbrot kurz erklärt
Chubz (arabisch: خبز, auch Khubz oder Khobz geschrieben) ist der arabische Sammelbegriff für Brot. Im engeren Sinn bezeichnet er dünne, runde Weizenfladenbrote, die in der gesamten arabischen Welt – von Marokko über den Libanon bis zum Irak – täglich gebacken werden. Es gibt regionale Varianten: manche werden im Ofen gebacken, andere in der Pfanne, manche dünn wie Papier, andere fingerdick.
Das Rezept, das wir hier verwenden, ist die Pfannen-Variante. Sie ist die einfachste und schnellste – und genau die Form, die in vielen arabischen Haushalten zum Alltag gehört. Innerhalb von gut einer Stunde, von der ersten Zutat bis zum warmen Fladen auf dem Teller, ist alles erledigt.

Chubz aus der Pfanne
Zutaten
Anleitung
- Die Trockenhefe zusammen mit dem Zucker in das warme Wasser geben, gut umrühren und etwa 5–10 Minuten ruhen lassen, bis sich Bläschen bilden – das zeigt, dass die Hefe aktiv ist.
- Mehl, Salz und gemahlenen Kümmel in einer großen Schüssel vermischen. Die Hefe-Mischung und das Olivenöl hinzufügen und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Falls der Teig zu klebrig ist, esslöffelweise Mehl unterkneten.
- Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Den Teig in 6–8 gleich große Portionen teilen und zu Kugeln formen. Diese anschließend auf einer leicht bemehlten Fläche zu dünnen, runden Fladen (ca. 3–5 mm dick) ausrollen.
- Eine beschichtete Pfanne ohne Fett erhitzen. Die Fladenbrote einzeln in die heiße Pfanne legen und bei mittlerer Hitze etwa 1–2 Minuten pro Seite backen. Sobald sich Blasen bilden und die Unterseite goldbraune Flecken zeigt, wenden.
- Die warmen Chubz-Fladen direkt servieren – perfekt zu orientalischen Dips, Grillgerichten, Gemüsepfannen oder als Snack mit Joghurt-Dip.
Warum dieses Chubz-Rezept besonders ist
Die meisten Fladenbrot-Rezepte im Netz arbeiten mit Joghurt im Teig oder verlangen einen Backstein im Ofen. Beides ist hier nicht nötig. Der Teig kommt mit Wasser, Hefe, etwas Zucker und Olivenöl aus – das macht ihn vegan und alltagstauglich. Der gemahlene Kümmel ist optional, gibt dem Brot aber eine leicht würzige Note, die es vom neutralen Pide-Brot abhebt.
Der zweite Vorteil: Das Backen in der Pfanne ist anfängerfreundlich. Du kannst zuschauen, wie sich die Blasen bilden, und musst nicht raten, ob das Brot innen fertig ist. Eine Seite zeigt goldene Flecken – wenden, andere Seite goldene Flecken – fertig. Auch ohne jede Backerfahrung gelingt das im ersten Versuch.
💡 Tipp: Du willst die Mengen für mehr Personen anpassen oder ein kleineres Brot? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du alle Zutaten in Sekunden.

Die Zutaten: Warum Hefe, Zucker und Olivenöl?
Bei einem so reduzierten Rezept lohnt es sich, jede Zutat zu verstehen. Das Weizenmehl Typ 405 oder 550 bringt einen weichen, leicht elastischen Fladen. Typ 405 macht ihn besonders zart, Typ 550 etwas stabiler – beides funktioniert. Vollkornmehl oder Dinkelmehl sind möglich, machen das Brot aber kompakter und weniger flexibel zum Wickeln.
Der Zucker in der Hefe-Mischung ist Futter für die Hefe und beschleunigt die Aktivierung. Du schmeckst ihn im fertigen Brot nicht. Das Olivenöl im Teig macht den Fladen geschmeidig und sorgt dafür, dass er auch nach dem Auskühlen noch flexibel bleibt – wichtig, wenn du ihn später aufrollen oder als Wrap nutzen willst.
Der gemahlene Kümmel ist die heimliche Geheimzutat. Eine halbe Teelöffel-Spur reicht, um dem Brot die typisch orientalische Note zu geben, ohne dass es nach Kümmelbrot schmeckt. Wer Kümmel nicht mag, lässt ihn weg – das Rezept funktioniert auch ohne.
Backen in der Pfanne: So gelingen die typischen Blasen
Der entscheidende Schritt ist die richtige Pfannentemperatur. Zu heiß, und der Fladen verbrennt außen, bleibt aber innen roh. Zu kalt, und er trocknet aus, ohne Blasen zu bilden. Mittlere Hitze ist die richtige Einstellung – und eine beschichtete Pfanne braucht kein Fett. Öl in der Pfanne würde das Brot frittieren statt backen.
Die Blasen entstehen, weil das Wasser im Teig zu Dampf wird und sich nach oben drückt. Sobald die Unterseite goldbraune Flecken hat, wendest du. Das dauert in der Regel ein bis zwei Minuten pro Seite. Stapelst du die fertigen Fladen sofort übereinander und deckst sie mit einem Tuch ab, bleiben sie durch den eigenen Wasserdampf weich und flexibel.
Womit isst man Chubz?
Arabisches Fladenbrot ist universell. Klassische Begleitung sind Hummus, Baba Ghanoush, Mutabbal oder Labneh – alles, was zum Dippen einlädt. Genauso gut funktioniert es zu Falafel, Schawarma, Köfte oder Kebab: Der Fladen wird halbiert, mit Salat, Fleisch und Sauce gefüllt, und schon hast du ein Wrap-Sandwich.
Auch zu deftigen Eintöpfen und Linsensuppen passt das Brot hervorragend: Du tunkst es in die Suppe oder benutzt es als essbaren Löffel. Übrig gebliebene Fladen lassen sich in Streifen schneiden, im Ofen knusprig rösten und als Fattoush-Topping oder Pita-Chips weiterverwenden.
💡 Tipp: Wie lange Hefeteig wirklich gehen muss, woran du die volle Gare erkennst und wie du Trockenhefe in frische Hefe umrechnest – mehr Antworten zu Hefe, Mehl und Backtechnik findest du in unseren Brotback-FAQ.
Aufbewahrung und Aufbacken
Frisch gebacken schmeckt Chubz am besten – noch warm, mit etwas Olivenöl beträufelt. Am ersten Tag bleibt das Brot in einem Tuch eingeschlagen weich und flexibel. Bewahre es nicht in Plastik auf, sonst wird die Oberfläche feucht und gummiartig.
Am zweiten Tag wird der Fladen etwas trockener. Du bekommst ihn ganz einfach wieder weich, indem du ihn kurz mit Wasser besprühst und in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze eine halbe Minute pro Seite aufwärmst. Auch im Ofen funktioniert das: Bei 180 °C für zwei bis drei Minuten ist er wieder wie frisch.
Einfrieren klappt problemlos. Stapele die Fladen mit etwas Backpapier dazwischen und friere sie portionsweise ein. Aufgetaut werden sie genauso aufgebacken wie altbackene Fladen.
Häufige Fragen zum arabischen Fladenbrot
Probier es aus
Wenige Zutaten, eine Stunde Zeit, eine Pfanne – mehr braucht es nicht für authentisches arabisches Fladenbrot. Wer einmal selbst Chubz gebacken hat, kauft ihn so schnell nicht wieder im Supermarkt: Der Unterschied zwischen einem frischen, warmen Fladen aus der eigenen Pfanne und einem abgepackten Industriebrot ist enorm. Und Spaß macht es auch.
Hast du Chubz schon einmal selbst gebacken? Erzähl uns in den Kommentaren, womit du deine Fladen am liebsten isst – und ob du dich an die Kümmel-Variante getraut hast.



