Diese Dinkel Focaccia ist eines unserer Lieblingsrezepte, wenn es unkompliziert und trotzdem beeindruckend sein soll. Sie kommt mit wenigen Zutaten aus, braucht keine aufwendige Knettechnik und schmeckt warm aus dem Ofen am besten. Das italienische Original wird klassisch mit Weizenmehl gebacken – wir nehmen stattdessen Dinkelmehl Typ 630 und etwas Dinkelvollkornmehl. Das gibt der Focaccia einen nussigen, leicht herzhaften Eigengeschmack, den reines Weizenmehl so nicht mitbringt.
Der Teig startet mit einer Autolyse: Mehl und Wasser ruhen erst einmal für sich allein. Das klingt nach Profi-Technik, ist aber nur ein zusätzlicher Wartezeitschritt – und genau der macht den Dinkelteig geschmeidig und gut formbar. Auch wenn deine erste Focaccia nicht perfekt aussieht: Die typischen Dellen und unregelmäßigen Blasen gehören dazu und sind kein Fehler.
Warum diese Dinkel Focaccia besonders ist
Die meisten Focaccia-Rezepte im Netz setzen auf Weizenmehl Typ 405 oder 550. Das funktioniert, schmeckt aber neutral. Dinkel bringt dagegen ein eigenes Aroma mit – würzig, nussig, mit etwas mehr Charakter. In Kombination mit gutem Olivenöl und grobem Salz entsteht ein Fladenbrot, das auch pur überzeugt.
Dinkel hat allerdings eine Eigenheit: Sein Klebergerüst ist empfindlicher als das von Weizen. Knetet man Dinkelteig zu lange oder zu intensiv, wird er schnell weich und reißt. Genau deshalb arbeiten wir hier mit Autolyse und einer schonenden Teigführung. Du musst kein Gefühl für Teig mitbringen – das Rezept ist so aufgebaut, dass der Dinkel gar nicht erst überfordert wird.
Dazu kommt: Focaccia ist eines der dankbarsten Brote für Einsteiger. Sie wird nicht rundgewirkt, nicht eingeschnitten, nicht im Topf gebacken. Du drückst den Teig mit den Fingern aufs Blech, und die typischen Mulden entstehen ganz nebenbei.
Dinkelmehl Typ 630 und Dinkelvollkornmehl: die richtige Mischung
Für diese Focaccia verwenden wir hauptsächlich Dinkelmehl Typ 630. Das ist das hellere, fein ausgemahlene Dinkelmehl – vergleichbar mit Weizenmehl Typ 550. Es sorgt für eine lockere, luftige Krume. Den kleinen Anteil Dinkelvollkornmehl geben wir dazu, weil er Geschmack und etwas Biss beibringt, ohne die Focaccia schwer zu machen.
Wer kein Dinkelvollkornmehl im Haus hat, kann den Anteil auch durch zusätzliches Typ 630 ersetzen. Die Focaccia wird dann etwas milder und heller. Umgekehrt gilt: Mehr Vollkornanteil macht das Brot kompakter und kräftiger – dann braucht der Teig auch etwas mehr Wasser, weil Vollkornmehl mehr Flüssigkeit aufnimmt.
💡 Tipp: Du willst die Mengen für ein größeres oder kleineres Blech anpassen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du alle Zutaten in Sekunden – inklusive der Wassermenge.
Autolyse: der unsichtbare Trick für geschmeidigen Dinkelteig
Autolyse bedeutet einfach: Mehl und Wasser werden vermischt und ruhen dann, bevor Salz, Hefe und Öl dazukommen. In dieser Ruhezeit verbindet sich das Mehl vollständig mit dem Wasser, und das Klebergerüst beginnt sich von selbst zu bilden – ganz ohne Kneten.
Für Dinkel ist das besonders wertvoll. Weil das Dinkel-Klebergerüst empfindlich ist, willst du später möglichst wenig kneten. Die Autolyse nimmt dir diese Arbeit ab. Nach der Ruhezeit lässt sich der Teig deutlich besser verarbeiten, und du brauchst nur noch kurz kneten, um die restlichen Zutaten einzuarbeiten.
Das schluckweise Zugeben des restlichen Wassers im Hauptteig hat denselben Zweck: Der Teig kann die Flüssigkeit nach und nach aufnehmen, statt zu „ertrinken“. Das Ergebnis ist ein weicher, aber stabiler Teig.

Zutaten
Anleitung
- Zunächst den Autolyseteig zubereiten. Dafür die Zutaten miteinander vermischen und 45 Minuten abgedeckt stehen lassen.
- Anschließend den Teig langsam kneten und schluckweise die 100 ml Wasser hinzugeben und einarbeiten lassen-
- Zum Schluss Olivenöl, Salz und Hefe hinzugeben und für weitere 5 Minuten kneten lassen.
- Den Teig jetzt für 1-2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig sollte sich merklich vergrößern.
- Nach der Gehzeit den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und einmal falten und in Form bringen, ohne ihn zu kneten.
- Ein rechteckiges Backblech einölen, den Teig darauf geben und bis in die Ecken verteilen.
- Etwas Olivenöl auf die Oberfläche geben und mit gespreizten Fingern ein paar Mal die Finger in den Teig drücken, sodass Luftblässchen entstehen.
- Anschließend abdecken und noch einmal für etwa eine Stunde gehen lassen.
- Währenddessen den Backofen auf 250 °C Ober- / Unterhitze vorheizen.
- Noch einmal die Finger in den Teig drücken, diesen gegebenenfalls belegen und dann in den Backofen geben. Für 20 Minuten fertig backen.
Formen und Backen: So bekommst du die typischen Dellen
Nach der ersten Gehzeit kommt der Teig auf ein leicht bemehltes Brett, wird einmal gefaltet und in Form gebracht – ohne erneut zu kneten. Dann verteilst du ihn auf einem geölten Backblech bis in die Ecken. Lass dir Zeit dabei: Zieht sich der Teig zurück, ein paar Minuten warten und noch einmal nachziehen.
Die berühmten Mulden entstehen erst kurz vor dem Backen. Du gibst etwas Olivenöl auf die Oberfläche und drückst mit gespreizten Fingern kräftig in den Teig – bis fast zum Blech. In diese Dellen sammelt sich das Öl, karamellisiert beim Backen und macht die Oberfläche knusprig.
Gebacken wird heiß: 250 °C Ober-/Unterhitze, etwa 20 Minuten. Die Focaccia ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun glänzt und die Ränder leicht knusprig sind.
💡 Tipp: Unsicher, wie du Hefemengen zwischen frisch und trocken umrechnest oder woran du die volle Gare erkennst? Mehr Antworten zu Hefe, Teigführung und Backtechnik findest du in unseren Brotback-FAQ.
So servierst du die Dinkel Focaccia
Am besten schmeckt Focaccia lauwarm, wenige Stunden nach dem Backen. Pur mit einem guten Olivenöl zum Dippen ist sie schon ein kleines Highlight. Sie passt aber auch als Beilage zu Suppen, Antipasti oder gegrilltem Gemüse.
Wer mag, belegt den Teig vor dem Backen: Rosmarinnadeln, Kirschtomaten, dünne Zwiebelringe oder Oliven sind klassische Varianten. Drücke den Belag leicht in die Mulden, damit er beim Backen nicht verrutscht. Aufgeschnitten gibt die Focaccia außerdem ein hervorragendes Sandwichbrot ab.
Aufbewahrung und Aufbacken
Frisch gebacken bleibt die Dinkel Focaccia rund einen Tag schön saftig. Bewahre sie locker mit einem Tuch abgedeckt auf, nicht in Plastik – sonst wird die Oberfläche weich. Am zweiten Tag schmeckt sie am besten kurz aufgebacken: ein paar Minuten bei 180 °C im Ofen, dann ist sie wieder knusprig.
Focaccia lässt sich auch gut einfrieren. Schneide sie dafür in Stücke und friere sie portionsweise ein. Aufgetaut und kurz im Ofen aufgebacken kommt sie fast an frische Focaccia heran. Vom Toaster solltest du absehen – die Mulden mit dem Öl verbrennen dort leicht.
Häufige Fragen zur Dinkel Focaccia
Trau dich an deine erste Dinkel Focaccia
Focaccia ist der perfekte Einstieg, wenn du mit Dinkel backen lernen willst: kein Rundwirken, kein Einschneiden, keine Topf-Akrobatik. Du rührst den Teig zusammen, lässt ihn in Ruhe gehen und drückst am Ende deine Finger hinein – fertig. Selbst wenn die erste nicht gleichmäßig wird, schmeckt sie warm aus dem Ofen trotzdem hervorragend.
Hast du die Dinkel Focaccia ausprobiert? Erzähl uns in den Kommentaren, wie deine Krume geworden ist – und womit du sie am liebsten belegst.




