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Focaccia mit Rosmarin in einer backofenfesten Form wird im Ofen gebacken.

Focaccia vom Grill – luftig, knusprig & mit Rosmarin

6 Min. Lesezeit

Wer beim Grillen immer Brot vom Supermarkt auf den Tisch stellt, hat diese Focaccia noch nicht probiert. Der Teig wird am Vorabend in zehn Minuten angerührt – grob, ohne langes Kneten – und geht über Nacht im Kühlschrank. Am nächsten Tag kommt er direkt auf den Grill: in einer eingeölten Form, mit indirekter Hitze und geschlossenem Deckel. Das Ergebnis ist eine Focaccia mit luftiger Krume, knuspriger Unterseite und dem charakteristischen Röstaroma, das ein normaler Backofen nicht liefern kann.

Dieses Rezept funktioniert auf jedem geschlossenen Holzkohle- oder Gasgrill. Wer einmal Focaccia vom Grill gemacht hat, bäckt sie jede Grillsaison.

Focaccia mit Rosmarin in einer backofenfesten Form wird im Ofen gebacken.

Focaccia vom Grill Rezept

Diese Focaccia ist das unkomplizierteste Brot, das man auf einem Grill backen kann – und eines der eindrucksvollsten. Wer sie zum ersten Mal aus der Grillschale zieht und die Unterseite sieht, versteht sofort, warum der Grill manchmal besser ist als der Ofen.
Focaccia vom Grill mit Übernachtteig aus Weizenmehl, wenig Hefe, Olivenöl und frischem Rosmarin. Der Trick: indirektes Grillen bei 180–200 °C mit geschlossenem Deckel gibt der Unterseite echtes Röstaroma, während die Oberseite weich und luftig bleibt. Das beste Grill-Brot für den Sommerabend.
Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 50 Minuten
Gesamtzeit 4 Stunden 50 Minuten
Portionen: 1
Küche: Deutsch

Zutaten
  

  • 550 g Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • ½ Würfel Hefe
  • 320 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL gehackter Rosmarin
  • Olivenöl
  • Alufolie

Anleitung
 

  1. Die Hefe im lauwarmen Wasser zusammen mit dem Zucker auflösen.
  2. Den Teig nur grob verkneten, bis keine Mehlnester mehr vorhanden sind.
  3. Etwas Olivenöl darüber träufeln, die Schüssel mit Folie abdecken und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
  4. Alternativ kann der Teig auch 1 Stunde bei Raumtemperatur und nochmal 4 Stunden im Kühlschrank gehen.
  5. Die Grillschale einölen, den Teig nochmal etwas durchkneten und in die Form legen.
  6. Das Ganze nochmal zwei bis drei Stunden gehen lassen, bis der Teig gut aufgegangen ist.
  7. Den Grill vorheizen.
  8. Den Teig nochmal mit etwas Olivenöl beträufeln und mit grobem Salz bestreuen.
  9. Die Form fest mit Alufolie einfetten und fest um die Form schließen.
  10. Die Grillkohle komplett an den Rand des Grills schieben, sodass unter der Form keine direkt Hitze ist.
  11. Wenn ihr die Kohlen auf unterschiedliche Höhen einstellen könnt, schiebt sie so weit wie möglich nach unten.
  12. Nun die Form in die Mitte des Grills schieben, Deckel schließen und alles bei 180°-200°C garen.
  13. Öffnet nach 30min den Deckel und überprüft den Zustand des Brotes.
  14. Je nach Grill kann die Garzeit hier um bis zu 20min variieren.
  15. Sobald das Brot fluffig aber relativ fest ist, könnt ihr es vom Grill nehmen.
  16. Das Brot bleibt oben relativ hell aber bekommt unten eine tolle Kruste.
  17. Mit frischem Rosmarin bestreuen und lauwarm servieren.

Nährwerte

Serving: 1g
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Warum der Grill einem Backofen überlegen ist

Ein normaler Haushaltsofen erzeugt gleichmäßige Oberhitze von allen Seiten. Ein Grill mit geschlossenem Deckel und indirekter Hitze arbeitet anders: Die Wärme kommt von den Seiten und von oben, der Boden der Grillform liegt über der Kohle – aber versetzt, nicht direkt darüber. Dieses Hitzeprofil gibt der Focaccia eine Unterseite mit echtem Röstaroma, während die Oberseite hell und weich bleibt. Dazu kommt das Raucharoma, das im Ofen vollständig fehlt – subtil, aber spürbar in jedem Bissen.

Die Alufolie um die Form ist kein Umständlichkeit, sondern Hitzeschutz. Sie verhindert, dass die Unterseite bei zu starker direkter Hitze verbrennt, bevor die Krume durchgebacken ist.

Der grob gemischte Teig – warum nicht kneten?

Focaccia-Teig wird bewusst nicht ausgeknetet. Ein grob gemischter, lebriger Teig mit hoher Hydration entwickelt seine Struktur über die Zeit, nicht über mechanische Kraft. Die langen Glutenstränge, die durch langes Kneten entstehen würden, sind hier nicht erwünscht – Focaccia soll eine offene, unregelmäßige Porung haben, keine gleichmäßige, enge Krume. Wer zu viel knetet, bekommt eine Focaccia, die eher wie Toastbrot aussieht.

Das Olivenöl wird in zwei Phasen verwendet: einmal über den Teig vor der Übernachtgare, und einmal über die geformte Focaccia vor dem Grillen. Diese Schichten sorgen für Geschmack, eine weiche Oberfläche und die charakteristische Blase auf der Kruste.

💡 Tipp: Alles rund um Focaccia-Teig, Hydration und warum Olivenöl im Teig so wichtig ist findest du in unseren Brotback-FAQ.

Rosmarin – frisch oder getrocknet?

Frischer Rosmarin ist hier die klar bessere Wahl. Getrockneter Rosmarin verliert auf dem Grill schnell sein Aroma und kann bitter werden. Frische Rosmarinnadeln hingegen rösten in der Hitze leicht an und entfalten ein würziges, leicht harziges Aroma, das perfekt zur Olivenöl-Weizenkombination passt. Wer mag, gibt noch grobes Meersalz und ein paar Olivenöl-Tropfen kurz vor dem Grillen über die Oberfläche – mehr Belag braucht diese Focaccia nicht.

Indirekte Hitze – der entscheidende Grilltrick

Der wichtigste Schritt beim Grillen von Brot: Die Kohlen an den Rand schieben, keine direkte Hitze unter der Form. Direkte Hitze würde die Unterseite in wenigen Minuten verbrennen, während die Krume noch roh ist. Mit indirekter Hitze bei 180–200 °C und geschlossenem Deckel verhält sich der Grill wie ein Umluftofen – die Hitze zirkuliert gleichmäßig, das Brot backt durch, ohne zu verbrennen. Nach 30 Minuten den Deckel kurz öffnen und den Zustand prüfen – je nach Grill und Kohlemenge kann die Zeit variieren.

💡 Tipp: Du willst die Mengen für eine größere Form oder mehr Gäste anpassen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du alle Zutaten in Sekunden.

So servierst du die Grill-Focaccia

Lauwarm direkt aus der Form, mit frischem Rosmarin bestreut – das reicht vollständig. Die Focaccia eignet sich hervorragend als Beilage zu Gegrilltem, zu Antipasti, zu Olivenöl und Balsamico zum Dippen. Wer sie als Brotbeilage serviert, schneidet sie in Streifen oder Quadrate – rustikal aus der Form gebrochen kommt sie aber genauso gut an. Sie bleibt auch nach dem Auskühlen soft und saftig, lässt sich gut mitnehmen und ist am nächsten Tag noch ausgezeichnet.

Aufbewahrung – Focaccia vom Grill

In einem Küchentuch eingewickelt hält sich die Focaccia bei Raumtemperatur einen Tag gut. Im Kühlschrank 2–3 Tage, am besten in einem luftdichten Behälter. Aufwärmen: kurz bei 180 °C im Ofen für 8 Minuten, oder direkt auf dem Grill bei indirekter Hitze für 5 Minuten – sie schmeckt dann fast wie frisch.

Haufig gestellte Fragen zum Focaccia vom Grill

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