Ein gutes Ciabatta erkennst du an drei Dingen: einer rustikalen, knusprigen Kruste, einer luftigen Krume mit unregelmäßigen Löchern und diesem typisch mediterranen Duft. Genau das gelingt dir mit diesem Rezept – und zwar mit Hefe, ganz ohne Sauerteig. So hast du am selben Tag frisches italienisches Brot auf dem Tisch.
Das Geheimnis liegt nicht im Kneten, sondern im Dehnen und Falten. Diese Technik baut die luftige Struktur auf, ohne dass du den weichen Teig lange bearbeiten musst. Mit etwas Dampf im Ofen wird die Kruste schön rösch. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie dein Ciabatta gelingt – und beantworten die häufigsten Fragen rund um das italienische Brot.

Ciabatta
Zutaten
Kochutensilien
Anleitung
- Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen.
- Das Mehl zusammen mit dem Olivenöl in eine Schüssel geben.
- 3/4 des Wassers unter Rühren in die Schüssel gießen. Den Rest nach und nach einarbeiten lassen. Wenn das Wasser eingearbeitet ist den Teig noch weitere 10 Minuten durchkneten.
- Anschließend die Schlüssel abdecken und den Teig 45 Minuten gehen lassen. Dann von allen Seiten nach innen falten und erneut abdecken. Dieses dreimal im Abstand von 45 Minuten wiederholen.
- Den Teig dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche stürzen, mit einer Teigkarte in zwei Stücke teilen und grob in Form bringen. Das Leinentuch etwas bemehlen und die Teige darauf legen.
- Den Backofen auf 230 °C vorheizen. Wenn er vorgeheizt ist die Ciabatta auf ein mit Backpapier abgedecktes Backblech geben und diese mit viel Dampf in den Backofen schieben.
- Nach 10 Minuten den Dampf entweichen lassen und die Temperatur auf 200 °C reduzieren. Für weitere 10-15 Minuten backen.
Was macht ein gutes Ciabatta aus?
Ciabatta ist ein italienisches Weißbrot mit weicher, luftiger Krume und knuspriger Kruste. Sein Name bedeutet übersetzt „Pantoffel“ – die flache, längliche Form erinnert an einen Hausschuh. Typisch ist die offene, unregelmäßige Porung, die durch einen weichen Teig und schonende Verarbeitung entsteht.
Oft wird Ciabatta mit dem Baguette verwechselt, doch die beiden unterscheiden sich deutlich. Ciabatta hat einen feuchteren Teig und dadurch eine offenere, weichere Krume, während das französische Baguette knuspriger und dichter ist. Auch die Form ist eine andere: flach und breit statt lang und schmal.
In diesem Rezept setzen wir auf Hefe statt Sauerteig. Das macht die Zubereitung schneller und unkomplizierter, ohne dass du auf ein gutes Ergebnis verzichten musst.
💡 Tipp: Du willst mehr über Hydration, Porung und Backtechnik wissen? In unseren Brotback-FAQ findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Brotbacken.
Die Zutaten: Weizenmehl Typ 550 oder Typ 00
Beim Mehl hast du die Wahl zwischen Weizenmehl Typ 550 und dem italienischen Typ 00. Beide funktionieren gut. Typ 00 ist besonders fein gemahlen und wird traditionell in Italien verwendet, es sorgt für eine besonders zarte Krume. Mit Typ 550 gelingt das Ciabatta ebenso.
Ansonsten braucht ein echtes Ciabatta erstaunlich wenig: Wasser, Salz, frische Hefe und etwas Olivenöl. Das Olivenöl macht die Krume geschmeidig und bringt einen Hauch mediterranes Aroma. Mehr ist für das Original nicht nötig.
Der Teig ist relativ weich – das ist gewollt. Der hohe Wasseranteil ist die Grundlage für die luftige, offene Porung. Lass dich davon nicht abschrecken, mit der richtigen Technik lässt er sich gut verarbeiten.
Dehnen und Falten statt Kneten
Nach dem ersten kurzen Durchkneten übernimmt das Dehnen und Falten die Arbeit. Statt den Teig lange zu kneten, faltest du ihn mehrmals von allen Seiten nach innen. Das baut das Klebergerüst schonend auf und sorgt für die typischen großen Löcher.
Konkret lässt du den Teig 45 Minuten ruhen, faltest ihn dann einmal rundherum und deckst ihn wieder ab. Diesen Vorgang wiederholst du dreimal im Abstand von jeweils 45 Minuten. Zwischen den Faltvorgängen entwickelt der Teig Struktur und Spannung.
Nach dem letzten Falten ist der Teig deutlich straffer und luftiger als am Anfang. Wichtig ist, dass du ihn danach möglichst schonend behandelst, damit die aufgebaute Luft erhalten bleibt.
💡 Tipp: Du willst mehr oder weniger Ciabatta backen? Mit unserem Brot-Rezept Rechner skalierst du Mehl, Wasser und Hefe im richtigen Verhältnis.
Ciabatta formen und mit Dampf backen
Stürze den Teig vorsichtig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche und teile ihn mit einer Teigkarte in zwei Stücke. Bring sie nur grob in die typische längliche Form – kneten oder rund wirken solltest du sie nicht mehr. Leg die Teiglinge auf ein bemehltes Leinentuch.
Heize den Ofen auf 230 °C vor. Wenn er heiß ist, gibst du die Ciabatta auf ein mit Backpapier belegtes Blech und schiebst sie mit viel Dampf in den Ofen. Der Dampf ist entscheidend für die knusprige Kruste – erzeuge ihn über eine Schale mit heißem Wasser oder indem du den Ofen besprühst.
Nach den ersten zehn Minuten lässt du den Dampf entweichen und reduzierst die Temperatur auf 200 °C. Backe die Ciabatta weitere 10 bis 15 Minuten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Lass sie danach auf einem Gitter auskühlen.
Servieren, aufbewahren und die Sauerteig-Variante
Frisch und noch lauwarm schmeckt Ciabatta am besten. Reiß es auf und beträufle es mit gutem Olivenöl, nutze es für ein Panino mit Tomate und Mozzarella oder tunk es in Öl und Balsamico. Auch zu Antipasti oder Suppen ist es ein Klassiker.
Aufbewahren kannst du Ciabatta ein bis zwei Tage mit der Schnittfläche nach unten. Wird es altbacken, back es kurz bei 180 °C auf, dann wird die Kruste wieder rösch. Es lässt sich auch gut einfrieren und bei Bedarf aufbacken.
Wenn du mehr Aroma und eine noch charaktervollere Krume möchtest, probier unsere Sauerteig Ciabatta. Sie braucht mehr Zeit, belohnt dich aber mit mild-säuerlichem Geschmack.
Häufige Fragen zum Ciabatta
Fazit
Dieses Ciabatta Rezept beweist, dass italienisches Brot nicht kompliziert sein muss. Mit Hefe, einem weichen Teig und der Technik des Dehnens und Faltens gelingt dir ein luftiges Ciabatta mit knuspriger Kruste – am selben Tag und ganz ohne Sauerteig. Selbst wenn dein erstes Ciabatta noch nicht die größten Löcher hat, schmeckt es frisch und warm einfach herrlich.
Wer den mediterranen Weg weitergehen will, findet bei uns auch ein Rezept für Sauerteig Ciabatta mit noch mehr Aroma. Viel Freude beim Backen.




